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Ein Aquarium für westafrikanische Cichliden

Teil 1 - Einrichtung und Technik

Neben den populären Cichliden aus den ostafrikanischen Grabenseen führen die Cichliden und andere Fischarten aus dem übrigen Afrika aquaristisch betrachtet oftmals ein Schattendasein. Dies jedoch zu Unrecht, denn viele dieser Arten besitzen ein attraktives Verhaltensmuster und plakative Farben. An dieser Stelle soll daher die Einrichtung eines Aquariums für Fische aus einem (west-)afrikanischen Regenwaldbach gezeigt werden.

Der wesentliche Unterschied zu den Grabensee-Becken sollte direkt vor der Aufstellung eines solchen Aquariums bedacht werden: In den Urwald-Gewässern fließt zumeist sehr weiches und saures Wasser. Zwar lassen sich viele Arten aus diesen Biotopen in mittelhartem (KH 8) und neutralem (pH 7) Wasser pflegen, jedoch ist zur Herstellung dieser Wasserwerte je nach Ausgangswasser ein mehr oder minder großer Aufwand erforderlich. Zusätzlich empfiehlt sich eine Filterung über Torf(-granulat), um dem Wasser ein leichte Bernsteinfärbung zu geben und Huminstoffe zuzuführen, sowie eine CO2-Düngung für die Pflanzen. Die Temperatur im Aquarium sollte etwa 24-27°C betragen.

Das hier vorgestellte Becken hat die Maße 80x35x40cm (=112l) und wird mit einer Standard-Abdeckung mit 2x18W Leuchtstoffröhren beleuchtet. Als Filter dient ein Hamburger Mattenfilter, der in die selbstgebaute Rückwand integriert wird. Die Rückwand wurde aus Styropor bzw. Styrodur nach diesem Muster hergestellt. Als Farbe wurde ein heller Braunton gewählt.

Bild 1: Das Becken mit eingeklebter Rückwand.
Das Aquarium mit eingeklebter Rückwand, links die Filterkammer.

Der Filter wird mit einer kleinen Pumpe betrieben, die den Beckeninhalt ca. 2-3mal pro Stunde umwälzt. Eine stärkere Strömung sollte vermieden werden, da die vorgesehenen Fischarten zumeist die ruhigen Randbereiche der Flüsse und Bäche besiedeln. Die Filtermatte hat eine Größe von gut 400qcm und sollte bei dem geplanten geringen Besatz und starker Bepflanzung mehr als ausreichend sein. Im Raum hinter der Matte lassen sich zusätzliche Filtermaterialien (Torf) und ein Heizstab gut unterbringen und verstecken. Die CO2-Düngung wird mit einer einfachen Bio-CO2-Anlage realisiert, in der das CO2 mittels Hefegärung erzeugt wird (Bauanleitung folgt).

Bild 2: Filter mit Matte und Pumpe.
Die Filterkammer mit eingebauter Matte und Pumpe.

Als Bodengrund für das Becken wurde Quarzsand der Körnung 0,5-1mm gewählt. Weitere Einrichtung sind einige kleinere bis mittlere Flusskiesel sowie die für das abgebildete Biotop typischen Holzwurzeln. Mit einer üppigen Bepflanzung und zusätzlichen Schwimmpflanzen wird das ganze Becken etwas beschattet und kommt so den natürlichen Verhältnissen nahe. Zwar fehlen im Biotop oftmals Unterwasserpflanzen, jedoch sind die Regenwaldbäche durch überhängende Äste und ins Wasser ragende Baumwurzeln sehr schattig und versteckreich. In zu hellen Becken fühlen sich die meisten der dort heimischen Fischarten daher nicht wohl. Bepflanzt wird das Aquarium mit Aufsitzerpflanzen wie Javafarn und Anubias, die auf die Wurzeln aufgebunden werden, bis sie angewachsen sind. Zusätzlich werden einige schnellwachsende Stengelpflanzen im Hintergrund gepflanzt und Muschelblumen als Schattenspender auf die Wasseroberfläche gelegt. Halbe Kokosnussschalen dienen als Versteck- und Brutplätze für die als Besatz geplanten höhlenbrütenden Cichliden.

Bild 3: Einrichtung mit Wurzeln, Sand und Steinen.
Die Einrichtung mit Sand, Steinen und Wurzeln.

Die Wasserwerte im fertigen Becken werden mittels Osmosewasser und CO2-Düngung auf eine KH von 7 und eine pH-Wert von etwa 6,5-7 eingestellt. Im Filter wird ein Säckchen mit Torfgranulat (100g) eingehängt, das alle 4 Wochen ausgetauscht wird. Nach einer Einlaufphase von 3-4 Wochen, in der die Stabilität der Wasserparameter überprüft wird und sich der Bakterienhaushalt im Aquarium einstellen kann, werden die ersten Bewohner in das Becken ziehen. Davon mehr im Teil 2 dieses Berichts.

Bild 4: Fertig eingerichtet.
Das fertig eingerichtete Becken.

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