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Ein Aquarium für westafrikanische Cichliden

Teil 2 - Einlaufphase und Fischbesatz

Während der Einlaufphase wurden regelmäßig die wichtigen Wasserparameter (KH, pH und Nitrit) überprüft. Vor allem die Bio-CO2-Düngung erfordert zu Beginn eine genaue Kontrolle, um den pH-Wert nicht zu stark schwanken zu lassen. Es zeigte sich, dass nach 8-9 Tagen der Zucker-Hefe-Ansatz verbraucht ist und erneuert werden muss. Um die CO2-Einleitung zu optimieren wurde außerdem statt des zunächst verwendeten Lindholz-Ausströmers auf eine selbstgebaute Paffrathschale umgestellt. Um den pH-Wert konstant unter 7 zu halten wurde die KH langsam noch etwas weiter bis auf 5 abgesenkt.

Auf dem ersten Bild ist deutlich zu erkennen, dass die Pflanzen sich nach ca. sechs Wochen im großen und ganzen gut entwickelt haben. Vor allem die Muschelblumen auf der Oberfläche wachsen sehr gut und müssen nahezu 14-tägig kräftig reduziert werden, damit nur etwa 1/3 des Beckens bedeckt ist. Lediglich die Rotala in der Bildmitte hat einige Tage nach dem Einsetzen alle Blätter verloren und beginnt nur langsam wieder auszuschlagen.

Bild 5: Nach sechs Wochen sind die Pflanzen deutlich gewachsen.
Nach sechs Wochen sind die Pflanzen deutlich gewachsen.

Nachdem das Becken zufriedenstellend lief ging es an die engültige Planung des Fischbesatzes. Erstes Ziel war natürlich die Pflege eines Buntbarschpärchens aus einem afrikanischen Bachlauf, die restlichen Fische sollten sowohl geografisch als auch von den Biotopvorlieben dazu passen.

Die Wahl bei den Buntbarschen fiel recht schnell auf Pelvicachromis taeniatus. Dieser kleine Buntbarsch bewohnt im westlichen Afrika Bachläufe und Tümpel und hält sich dort in der stark verkrauteten Uferregionen auf. P.taeniatus hat je nach Fangort verschiedenen Farbformen hervorgebracht, die sich z.T. erheblich voneinander unterscheiden. Bedingt durch das vorhandene Angebot zog in das Becken nun ein nicht ganz ausgewachsenes Wildfang-Pärchen der sehr attraktiven "Moliwe"-Form aus Kamerun ein. Das Foto zeigt die beiden friedlich beisammen einige Tage nach dem Einsetzen.

Bild 6: Das Pärchen Pelvicachromis taeniatus.
Das Pärchen Pelvicachromis taeniatus "Moliwe".

Die Wahl der Beifische gestaltete sich deutlich schwieriger. Zwar waren im Handel regelmäßig verschiedene Barben- und Salmlerarten aus Afrika zu erhalten, jedoch kamen für das relativ kleine und dicht bewachsene Becken natürlich keine größeren und schwimmfreudigen Arten in Betracht. Zudem handelte es sich bei den meisten angebotenen Tieren um Wildfänge, da nur wenige Arten - wie z.B. der erst für größere Aquarien geeignete Kongosalmler - regelmäßig nachgezogen werden. Die Wahl fiel schließlich auf einen kleinen und friedlichen Killifisch, Epiplatys dageti monroviae, der als Nachzucht regelmäßig im Handel erhältlich ist. Dieser Hechtling bewohnt dicht bewachsene Gewässer und erbeutet dort Anflugnahrung von der Wasseroberfläche. Dementsprechend halten sie sich auch im Aquarium überwiegend im oberen Drittel auf und kommen somit den Buntbarschen nur selten in die Quere. Die dichte Schwimmpflanzendecke im Aquarium dient ihnen als Versteck- und Brutplatz. In das Becken zog also eine kleine Gruppe bestehend aus zwei Männchen und drei Weibchen ein.

Bild 7: Epiplatys dageti monroviae.
Ein Männchen von Epiplatys dageti monroviae.

Inzwischen sind die Bewohner gut zwei bis drei Wochen im Aquarium zu Hause. Die P.taeniatus haben sich gut eingelebt und verstehen sich nach kleinen Anfangsstreitigkeiten gut. Das Weibchen hat bereits angefangen die angebotenen Laichplätze - zwei halbe Kokosnüsse - vom Sand zu befreien und sich einen Brutplatz zu suchen. Auch die Fütterung bereitet keine Probleme. Sowohl gefrorene Artemien und schwarze Mückenlarven als auch Flockenfutter werden gerne gefressen. Zur Fütterung kommen die Tiere inzwischen sogar direkt an die Oberfläche geschwommen.

Die etwas später hinzugekommenen Epiplatys halten sich die meiste Zeit direkt unter der Wasseroberfläche auf. Die Weibchen werden von einem der Männchen z.T. heftig angebalzt und verziehen sich regelmäßig in die dichten Wurzeln der Muschelblumen. Auch die Epiplatys fressen das angebotene Futter ohne Schwierigkeiten, für ihre geringe Körpergröße schnappen sie sich problemlos relativ große Futterbrocken. Von den Buntbarschen werden sie kaum beachtet, nur wenn sie sich zu weit nach unten trauen, zeigt das Pärchen ihnen deutlich die Reviergrenzen auf.

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